KSV Niesig – Haimbacher SV II 4:2 (2:2) [15. Spieltag]

21. Oktober 2018

Der 15. Spieltag stand auf dem Programm und der KSV Niesig hatte das Tabellenschlusslicht aus Haimbach zu Gast. Nach dem 8:2 Schützenfest vergangenen Dienstag gegen Aschenberg United und der errungenen Tabellenführung sollte gegen das Kellerkind der nächste Sieg eingefahren und unter Umständen etwas für das Torverhältnis getan werden. Man weiß aus vergangenen Tagen das man gegen die vermeintlich schwächeren Gegner nicht immer gut aussah und oftmals Punkte hergeschenkt hatte. Dies soll diese Saison anders laufen und jedes Spiel ernst genommen und hochkonzentriert an die Sache rangegangen werden. Personell musste Niesigs Coach Hondo Nuspahic auf einige Spieler verzichten. Mit Retsch, Schlereth, Eberlein, Neu, Bech, Rudolf, Vogt, Günther, Licht und Brehler fehlten zehn Mann die alle eine Rolle in der ersten Mannschaft spielen können. Es gab aber auch ein Debütant. Tinotenda Phiri stand erstmals im Kader für den KSV. Die Reserve des Haimbacher SV hat seit zwei Wochen eine ansteigende Form bewiesen und den ersten Saisonsieg gegen die SG Illerswald eingefahren und gegen Aufstiegskandidat Sickels nur knapp verloren. Hinzu kamen etliche Langzeitverletzte zurück die die Qualität im Kader enorm steigerten. Man war auf Niesiger Seite also gewarnt. Man spielte hier gegen keine Gurkentruppe. Genug geschwätzt. Los ging es in Durchgang eins und es war wie erwartet ein Duell zweier Teams auf Augenhöhe. Der KSV probierte es ruhig und kontrolliert nach vorne zu spielen und eine frühe Führung sich zu erarbeiten. Der Haimbacher SV strotzte nur so vor Selbstbewusstsein aus den letzten Wochen und ging früh drauf und stellte die Passwege klug zu. Und dies sollte sich auszahlen denn in Minute neun ging der krasse Außenseiter durch Timon Joekel nach einer Ecke per Kopf mit 1:0 in Front. Die ganz kalte Dusche für den Gastgeber der aber auch wusste wie man mit frühen Rückständen umzugehen hat da es diese Situation bereits mehrfach gab in dieser Runde. Doch dieses Mal taten es sich die Niesiger Jungs ganz schwer ins Spiel zu finden und viele unnötige Fehlpässe und verlorene Zweikämpfe schlichen sich ein. Kurz nach der Gäste Führung hatten sie sogar nochmal Riesendusel wo Baldauf einen Ball klären wollte doch dies total missglückte und ins eigene Tor flog. Zum Glück war es die Unterkante der Latte die den KSV vor dem Schlamassel rettete.

Doch wenn man ehrlich ist war der Ball drin denn er dopte hinter der Linie auf und erst dann wieder aus dem Kasten. Ein Glück sah dies der Schiri nicht und es gab auch keine größeren Proteste des Gegners. Spätestens jetzt musste das doch ein Weckruf für den KSV sein. Und so war es auch. Man spielte es jetzt zwar nicht ansehnlich und gut nach vorne aber man wusste das man mit präzisen, langen Bällen hinter die anfällige Abwehr gefährlich werden konnte. Und so fiel auch der Ausgleichstreffer. In Minute 16 chippte Laibach den Ball hinter Haimbachs Viererkette wo Broschke drauf lauerte. Der legte rüber auf Pabst der zum 1:1 Ausgleich einschob und alles war wieder gerade gerückt in diesem Spiel. Erleichterung und Aufatmen bei allen KSV Fans. Denn gegen den Tabellenletzten Punkte liegen zu lassen wäre eine Schmach. Doch es sollte noch ein steiniger und schwerer Weg werden an diesem Sonntagnachmittag. Denn das 1:1 brachte leider überhaupt keine Ruhe oder Kontrolle ins Spiel des Gastgebers. Der Haimbacher SV spielte weiter munter mit und war in Sachen Zweikämpfen, Laufbereitschaft und Willen eindeutig das bessere Team in Durchgang eins. In der 24. Spielminute gingen sie wieder durch Nicolas Engel mit 2:1 in Front und sorgten für mächtig Unruhe und Unmut in Niesigs Reihen. Selten hat man die Defensive des Tabellenführers so unsicher und luftig gesehen wie heute. Da hatte Nuspahic einiges an Arbeit an der Seitenlinie um seine Truppe wieder richtig zu stellen und justieren. Kapitän Laibach musste wegen einer Erkältung nach einer halben Stunde raus. Er war sichtlich platt und nicht fit. Für ihn kam Christian Günther. Der KSV probierte es jetzt natürlich vor der Pause noch den Ausgleich zu erzielen oder das Spiel sogar zu drehen doch es hakte und hängte an diesem Tag in allen Mannschaftsteilen. Vorne spielten es Hibaoui, Broschke und Co. einfach zu umständlich und man kam nicht richtig zu guten Abschlüssen. So gab es keine Tore mehr zu sehen in Halbzeit eins und es ging mit einem aus Sicht des KSV sehr ernüchternden 1:2 in die Kabinen. Die Gäste waren natürlich hochzufrieden und auch etwas überrascht das man hier führt gegen ein erschreckend schwaches Niesig. Hondo Nuspahic war stinksauer auf seine Jungs da der Wille und Kampfgeist komplett fehlte und man sich mit einfachen Mitteln vom Gegner abkochen lies. Er forderte jetzt deutlich mehr Engagement da bestimmt keiner will das morgen in der Zeitung dick und fett steht: Der ungeschlagene Tabellenführer verliert gegen das Schlusslicht. Mit dieser Standpauke ging es in Durchgang zwei. Nuspahic brachte in der Pause Debütant Phiri für den blassen Fischer auf der Außenbahn und dieser Wechsel sollte große Wirkung zeigen. Niesigs Trainer hat in dieser Saison einfach den Luxus eines breiten Kaders und kann auf alle Umstände reagieren. Die Niesiger Jungs spielten jetzt sichtlich besser und schwungvoller und wollten sofort angreifen und früh draufgehen. Doch Haimbach stand jetzt tief und verwaltete dieses Ergebnis und bot dem Gegner wenig Lücken und Räume zur Entfaltung. Vor allem die Schnelligkeit konnte man in dieser engmaschigen Abwehr nicht ausspielen. Es dauerte also lange bis der KSV die eine Lücke fand um zurück zu kommen. In Spielminute 65 war Broschke durch und wurde klar gefoult im Strafraum. Den fälligen Elfer verschoss aber Appelhans kläglich und es stand weiterhin 1:2 und die Zeit spielte gegen den Gastgeber. Es musste irgendein Geniestreich her. Und der Fußball schreibt einfach die schönsten Geschichten. In der 70. Minute dann endlich der erlösende Ausgleich des KSV. Tinotenda Phiri, der monatelang auf seine Spielberechtigung warten musste, spielte einen klasse Doppelpass mit höchstem Tempo mit Pabst. Er ging in den Strafraum und schlenzte die Kugel perfekt oben rechts in den Winkel und es stand endlich 2:2. Jetzt war der Tabellenführer on Fire und wurde durch die zahlreichen Niesiger Fans lautstark nach vorne gepeitscht. Dies zeigte Wirkung denn jetzt spielten es die Hausherren mit viel Zug nach vorne. Mit Tempo, Präzision und Laufbereitschaft überrollte man quasi den Haimbacher SV der sichtlich geknickt war nach dem Ausgleich. Man erspielte sich jetzt Chancen im Minutentakt aber auch die Zeit rannte so langsam weg. In Minute 82 dann die erlösende Führung für den KSV Niesig. Ein super Angriff über Waldmann, Broschke und Phiri der auf Appelhans vor dem Kasten quer legte sodass der Ex Buchone nur noch den Fuß hinhalten musste und zum 3:2 einschob. Das Waldstadion stand Kopf und die Partie war gedreht. Jetzt hieß die Devise. Diese drei Punkte bleiben hier. Die Gäste rannten nochmal an und warfen alles nach vorne aber mittlerweile stand Niesigs Abwehr sicher und ließ nicht mehr viel zu und kam durch die aufgerückte Defensive des Gegners selbst zu einigen Kontern. Einen davon nutzte der Gastgeber noch in der Nachspielzeit in Person von Torjäger Broschke der den 4:2 Endstand erzielte und den Deckel damit drauf machte. Kurz darauf pfiff der Schiri das Spiel ab und der KSV Niesig zog den Kopf nach einem Kraftakt in Durchgang zwei doch noch aus der Schlinge und gewinnt nach sehr dürftiger Leistung mit 4:2 gegen ein sehr starkes Schlusslicht Haimbacher SV. Der Sieg geht definitiv ein Tor zu hoch aus und das Glück hatten die Niesiger Jungs auch auf ihrer Seite aber so ist das halt wenn man oben steht. Da läuft einfach alles für dich. Sichtlich erleichtert und froh feierten die Spieler, Trainer, Verantwortliche und Fans die damit errungene Herbstmeisterschaft, ungeschlagen mit 13 Siegen aus 15 Partien. Kommendes Wochenende steht ein Doppelspieltag an für den KSV Niesig. Am Freitagabend gehts zu Borussia Fulda und am Sonntag gastiert die TSG Mackenzell im Niesiger Waldstadion. Dort sollen gegen zwei vermeintlich schwächere Gegner aus unteren Tabellenregionen weitere Siege her und die Tabellenführung behauptet bzw. ausgebaut werden. Die zweite Mannschaft der Niesiger um Betreuer Patrick Dehler spielte ebenfalls zuhause an diesem Sonntag und verlor gegen Spitzenreiter SG Eichenzell/Rothemann trotz guter Leistung leider zu hoch mit 0:4. Man bleibt damit im unteren Mittelfeld der Tabelle hängen und hat kommendes Wochenende auch zwei Spiele vor der Brust. Freitag bei Buchonia Fulda und Sonntag daheim gegen Neuenberg. Dort sollen gegen Mannschaften aus ähnlichen Tabellenregionen wieder Erfolge her. Wie immer wünschen sich unsere Jungs erfolgreiche Partien und würden sich über zahlreiche und tatkräftige Unterstützung unserer KSV Fans sehr sehr freuen!(ll)

Aufstellung: Schöbeck – Vey, Laibach (46. C. Günther), Baldauf – Waldmann, Quanz (60. Kühne), Fischer (30. Phiri), Appelhans, Pabst – Broschke, Hibaoui;

Tore: 0:1 David Pauls (3.), 1:1 Christian Pabst (18.), 1:2 Nikolas Engel (25.), 2:2 Eduard Appelhans (43.), 3:2 Tinotenda Phiri (58.), 4:2 Dennis Broschke (90.);

Zuschauer: 80;

Verschossener Foulelfmeter: Eduard Appelhans (Niesig, 48.);

Bilder vom Spiel finden sie hier!

 

KSV Niesig II – SG Eichenzell/Rothemann II 0:4 (0:2)

Aufstellung: Lützner – Kreiter, C. Günther (60. Mittelstenschee), Tcheudjo – Dehler, Phiri, Kremer, Bouri (60. Ikome), Kühne (72. Hinz) – Altagh, Nabil;

Tore: 0:1 Maurice Wroblewski (10.), 0:2 Eike Michel (27.), 0:3 James Sauer (74.), 0:4 Maurice Wroblewski (84.);

Zuschauer: 50.

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